
Hallo zusammen,
heute ist schon mein letzter Tag in Neuseeland, deshalb ist es auch wieder mal höchste Zeit, Euch auf’s laufende zu bringen. Tatsächlich war die letzte Woche gar nicht so spektakulär, deshalb fasse ich das in einem Bericht zusammen.
Vor einer Woche habe ich mit der Fähre die Überfahrt von Picton nach Wellington gemacht. Ist ganz nett, vor allem, wenn man am Anfang durch die Marlborough Sounds fährt, aber ein zweites mal muss dann auch nicht unbedingt sein.

Am nächsten Morgen habe ich in der kurzen Zeit, die mir in Wellington zur Verfügung stand, das Nationalmuseum Te Papa angeschaut. Wobei ich natürlich nicht für das ganze Museum Zeit hatte, aber die Sachen, die ich gesehen habe, waren alle interessant.
Weiter ging’s dann nach Turangi, wo ich ja den Tongarino-Crossing machen wollte. Der wird von vielen als die spektakulärste Tageswanderung in ganz Neuseeland angepriesen. Unter anderem wurde der dritte Teil von "Der Herr der Ringe" dort gedreht. Ich sag nur Mordor…
Leider hat mich seit Chile zum ersten Mal das Wetter im Stich gelassen und ich konnte die Wanderung aus Sicherheitsgründen nicht antreten. Nicht, dass Ihr denkt, ich würde wegen ein bisschen Regen nicht aus dem Haus. Es ist wohl aber so, dass bei schlechtem Wetter die Wolken so in den Bergen hängen, dass die Leute sich nicht mehr orientieren können. Außerdem kühlt es auch sehr stark ab, so dass eine verirrte Nacht in den Bergen böse enden kann. Tja, man kann eben nicht alles machen.
So bin ich am Donnerstag unverrichteter Dinge nach Auckland weitergefahren. Diese Stadt ist ein echter Kontrast zum Rest Neuseelands. Mehr als ein viertel aller Einwohner Neuseelands leben im Großraum Auckland. Das ist dann auch die einzige Millionen-Metropole, die es hier überhaupt gibt. Ist irgendwie schon krass, selbst die Hauptstadt Wellington oder Christchurch als größte Stadt der Südinsel wirken dagegen wie eine gemütliche Kleinstadt. Da ich mit meinen restlichen Flexi-Pass-Stunden einen Tagesausflug zur Bay of Islands machen und auch so möglichst nah am Geschehen sein wollte hatte ich mich für das Base Auckland Central Hostel entschieden. Wenn man vorher in den gemütlichen BBH-Hostels gewohnt hat, kriegt man da einen echten Schock. 10 Stockwerke, viele Dorms haben nicht einmal ein Fenster, unendlich viele Leute (ich glaube, das Hostel hat über 500 Betten), ein eigenes Reisebüro usw. Das ist schon eine richtige Backpacker-Industrie, die da in Auckland betrieben wird. Naja, was soll’s, ich flieg ja morgen nach Sydney.



Gestern war ich dann in Pahia, in der Bay of Islands und hab mir die Waitangi Treaty Grounds angeschaut. Dort wurde der Vertrag zwischen den eingewanderten Siedlern und den vorher schon ansässigen Maoris über die Art und Weise des Zusammenlebens geschlossen. Von daher gilt der Ort als Wiege Neuseelands als Nation. Als zusätzliche Attraktion gibt es unweit von Pahia einen Felsen mit einem großen Loch drin, durch das unser Boot dann auch gleich mal durchgefahren ist. Spektakulär. Das wär was für Batman



Auf der Rückfahrt haben uns dann noch ein paar Delfine begleitet. Denen hat es sichtlich Spaß gemacht, ein bißchen auf unserer Heckwelle zu surfen. Sah ziemlich cool aus. Manchmal sind sie auch über die Heckwelle drüber gesprungen, das hab ich aber leider nie auf’s Bild bekommen.


Heute war ich dann noch einen Tag in Auckland unterwegs und bin dabei unter anderem in’s Marine-Museum am Hafen, zum Campus der Uni und auf den Skytower. Das ist das höchste Gebäude der südlichen Hemisphäre. Quasi der Fernsehturm in groß. Also ich meine, die Stuttgarter waren halt clever wie wir Schwaben nunmal eben sind und haben das Ding gleich auf den Berg gebaut und uns so die hälfte an Baukosten gespart, oder? Neben dem Hauptbahnhof wäre unser Fernsehturm natürlich auch mindestens 328 Meter hoch



Lustig ist dann vor allem, wenn ab und an mal ein Bungee-Springer an der Aussichtsplattform vorbeikommt. Beim ersten Mal war ich da doch etwas irritiert. Seltsam ist auch, wenn man auf einem großen Glasbaustein steht und auf die eigenen Füße schaut. Ein paar hundert Meter darunter sieht man dann halt das Skycenter. Nichts für Leute mit Höhenangst würde ich sagen.
Im wesentlichen war’s das dann auch schon, ich melde mich dann wieder aus Australien.
Euch allen schonmal ein gesegnetes Weihnachtsfest, viele Grüße,
Euer Kirschi.